Unternehmen verbessern nicht die Arbeit für Menschen.
Sie optimieren Menschen für ein unmenschliches Arbeitsmodell.
Arbeitgeber und Unternehmen bemühen sich, Arbeitsbedingungen umzugestalten: Sie schaffen flexiblere Arbeitszeiten, Möglichkeiten für Homeoffice, stecken Geld in Mitarbeiter-Events und schaffen
Teamgefässe – und trotzdem werden immer mehr Menschen krank, haben keine Energie, machen nur noch Dienst nach Vorschrift, wirken geistig abwesend oder sind nicht mehr belastbar. Humor und
positives Denken fallen schwer. Jeder schaut nur noch für sich.
Sie funktionieren nicht mehr.
Und genau da liegt der Denkfehler. Funktionieren ist ein mechanischer Prozess. Die «Schrauben», an denen wir drehen, wenn wir Arbeitsbedingungen umgestalten, orientieren sich an einem
mechanischen Verständnis:
• Wir ändern Abläufe, um den Arbeitsfluss zu erleichtern.
• Wir ändern Einheiten, aber nicht die Grundeinstellung.
Wenn wir jedoch menschenwürdige Arbeitsbedingungen möchten, müssen wir den Menschen zu unserem Ausgangspunkt machen und die Arbeit darum herum gestalten – nicht umgekehrt. Wir müssen aufhören,
uns auf Informationsprozessoren auf Dauerbetrieb zu reduzieren. Wir müssen aufhören, einen permanent nach aussen gerichteten Fokus als Normalzustand zu akzeptieren.
• Wir brauchen Gelegenheit, um unseren Körper bewusst zu fühlen. Im Hier und Jetzt.
• Wir brauchen Raum, um den Fokus nach innen zu richten.
Was tun wir stattdessen?
• Wir führen Sitzungen mit zehn Traktanden – ohne Moderation.
• Wir schicken uns ellenlange Mails ohne Zusammenfassung am Anfang.
• Wir legen Mitarbeitergespräche kurz vor den Feierabend – dann, wenn die Energie längst verpufft ist.
So drängen wir unseren Körper an den Rand und machen die Verbindung zu uns selbst zum Projekt unserer Freizeit.
Doch in dieser enormen Anpassungsleistung an eine mechanisch strukturierte Arbeitswelt ist kein Raum mehr für neue Ideen. Wenn wir ständig beschäftigt sind, eliminieren wir den Prozess der
Reifung: Wir setzen einen Samen und wollen ihn ernten, ohne ihn wachsen zu lassen.

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